W:
Hallo Jule!
J:
Hallo, Wolfgang!
Und ... herzlich willkommen allen bei „Garantiert generiert“.
W:
Heute mit einem Einblick in ein Projekt, das uns gerade sehr bewegt, möchte ich sagen.
J:
Der Wissens-Podcast für die KZ-Gedenkstätte Leonberg/Engelbergtunnel.
W:
Das richtige Projekt, um einmal über Arbeitsweisen zu sprechen.
J:
Es geht hier nämlich nicht darum, Inhalte schnell rauszuhauen oder zu vereinfachen….
W:
… sondern darum, sie verständlich zu machen, zugänglich, ohne ihnen ihre Tiefe zu nehmen.
J:
Der Kunde hat es so formuliert. Ich zitiere: Es soll „konsumierbar für eine Generation sein, die sich nicht durch „staubige Wälzer“ arbeiten möchte.“ - Wolfgang, wie machen wir das? Wie fangen wir an? Durch „staubige Wälzer“ arbeiten?
W:
Wir lassen „wälzen“, sag ich mal. Wir arbeiten uns mittels KI durch das gesamte Wissen zu KZ-Gedenkstätte.
J:
Kurzer Hintergrund: da wurden Flugzeugflügel für den ersten Düsenjäger, die ME 262 hergestellt.
W:
Genau. Da gibt es schon sehr viel Material, viel Wissen, aber eben verteilt, oft komplex, nicht so leicht zugänglich.
J:
Das sind dann PDFs, Webseiten-Inhalte, Links zu Quellen, …?
W:
Genau. Kuratiert von den Historiker:innen der Initiative.
J:
Eine Situation, die viele kennen: Inhalte sind da. Aber sie lassen sich schwer vermitteln.
W:
Aber: KI ersetzt hier kein Denken. Sie hilft, vorhandenes Denken zu strukturieren.
J:
Konkret?
W:
Unsere Prompts -wenn man so will- sichten und lesen das Material. Die KI macht dann Vorschläge wie wir die Inhalte daraufhin in einer Podcast-Serie aufarbeiten könnten.
J:
Wieviel Folgen? Welche Inhalte in den Folgen? …
W:
Genau. Und das in dialogischer Form. Also so wie wir hier.
J:
Ich fasse zusammen: unsere KI hilft, Strukturen sichtbar zu machen, Zusammenhänge zu verdichten und daraus ein dialogisches Format zu entwickeln….
W:
Das dann von den Historiker:innen der Initiative redigiert wird.
J:
Die KI entscheidet also nicht, was „reinkommt“ ?
W:
Nee, nee, das bleibt beim „Menschen“, wenn ich mal so sagen darf.
Jule:
Gerade bei historischen Themen wahrscheinlich entscheidend.
W:
Nicht nur da. Immer. Wobei wir bisher kaum nennenswerte Halluzinationen hatten. Wenn die Quellen gut sind, kommt das nicht vor. Wir lassen das Thema ja nicht von der KI recherchieren!!
Die Basis sind die Inhalte, die es schon gibt!! Ob es dieses historische Thema ist oder die Funktionsweise eines elektrischen Antriebs oder die neue Vertriebsstrategie.
J:
Warum eigentlich Audio für so ein Thema?
W:
Weil Audio Zeit schafft. Man hört zu. Man bleibt länger dran.
J:
Inhalte werden anders aufgenommen als beim Lesen. Intensiver weil oft bildhafter.
W:
Gerade für Wissensvermittlung sind Podcasts ein starkes Format. Und durch KI-Einsatz für viele erst machbar.
J:
Du sprichst die Kosten an?
W:
So ein Projekt wie jetzt für die Initiative ist für uns ein Pro-Bono-Projekt. Wäre es das nicht, würden wir hier „klassisch“ produzieren, wären wir hier ganz schnell im relevanten fünfstelligen Bereich.
J:
Weil wir weniger Zeit für die Abstimmung und das Konzept benötigen ?
W:
Auch. Ganz wichtig! Aber vor allem weil wir keine Sprecher:innen benötigen, kein Studio, keine aufwändige Sound und Musikrecherche, … das fällt alles weg!
J:
Geht da nichts verloren? An Authentizität, an Glaubwürdigkeit?
W:
Hör Dir doch mal selbst zu, Du bist auch nicht „echt“. Klar, kann eine Toppsprecherin oder ein Toppsprecher noch was addieren, was die KI-generierte Stimme - noch- nicht kann. Aber das hat auch seinen Preis!
J:
Projekte wie diese wären damit nicht denkbar.
W:
So leid es uns tut!
J:
Die Studios?
W:
So wie es jetzt konzipiert ist, würden wir für Aufnahme, Schnitt, Mischung, Regie, etc, ein Studio über eine Woche beschäftigen. Lass da noch Korrekturen dazukommen- da muss dann jedesmal die Sprecher wieder neu buchen, das Studio… Nicht bezahlbar!
J:
KI eröffnet also Chancen für Formate. Aber, so hör ich das auch raus, es bietet auch Chancen, um die Zusammenarbeit zwischen Kunden und den PC-Produzenten zu verbessern.
W:
Absolut. Änderungen sind jederzeit möglich. Ohne großen Aufwand. Zeitlich wie finanziell.
J:
Bei uns sitzt man also immer im Fahrersitz?
W:
Gehnau!!
J:
Aber nicht bei allen Arbeiten bei einem Podcast hilft KI?
W:
Was meinst Du?
J:
Regie, Dramaturgie, Inszenierung, …
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W:
Ach so… Die Macher hinter der KI müssen schon wissen was sie tun. Und was sie machen lassen.
J:
Wer nie Funk bzw. Radio bzw. Podcasts gemacht hat, wird auch keine guten KI-Podcasts machen können.
W:
Nimm das aktuelle Thema, die KZ Gedenkstätte. Da gilt es schon eine Inszenierungsidee zu haben. Hier: eine Mischung aus Info und Feature. Da muss man schon etwas dramaturgische Expertise mitbringen. Da ist KI manchmal etwas hölzern.
J:
Auch was die Sprachregie der KI-Stimmen angeht. Das geht nicht automatisch. Das muss man schon können, gelernt und oft gemacht haben.
W:
Auch beim Abmischen, dem „Sound“ des Podcasts, brauchts schon „echte Ohren“.
J:
Hört, hört! - Ich hör schon die Schlussmusik….
W:
Ich auch !! Wir sind „durch“! War heute "viel Holz“. Aber hoffentlich informativ.
J:
Wer mehr drüber wissen will; in den Shownotes sind e-Mail Adressen und Webseiten-Links zu den Machern dieses KI-Podcasts.
W:
Und, vielleicht auch bald Ihres KI-Podcasts.
J:
Danke, Wolfgang.
W:
Danke, Jule!
Jule:
Das war „Garantiert generiert“. Bis zum nächsten Mal!